Alle haben mitgetragen


Die Küche ist wieder in Betrieb.
24.10.2014

„Alle haben mitgetragen“

 

Kloster Maria Hilf, Altstätten – drei Monate nach dem Unwetter

 

Am 28. Juli wurden Teile der Stadt Altstätten überflutet. Schwer betroffen war auch das Kapuzinerinnen-Kloster Maria Hilf. Schritt für Schritt zieht langsam der Alltag ein bei den Schwestern. Die Schadenssumme hat sich von damals geschätzten 500 000 Franken auf rund 720 000 Franken erhöht. Eine Gesamtabrechnung ist noch nicht möglich.

 

Frau Mutter Sr. M. Angelika Scheiber lobt den kompetenten und riesigen Einsatz von Klosterberater Walter Hess (Oberriet), Architekt und Administrationsrat Lothar Bandel sowie den vielen Handwerkern aus der Region. „Sie waren sehr schnell zur Stelle und haben seither fast ständig gearbeitet, in einer hektischen, schwierigen Zeit standen sie uns zur Seite mit einem gewaltigen Einsatz, der nicht selbstverständlich ist“. Der Klostergemeinschaft gehe es sehr gut, sagt die Frau Mutter. „Unsere Gemeinschaft ist gewachsen an diesem Ereignis, alle haben mitgetragen“. Dass nirgends in Altstätten ein Mensch verletzt wurde, bezeichnet sie als ein kleines Wunder.

 

Trocknung langwierig

Ausgestanden sind die Folgen des Unwetters noch nicht, aber Fortschritte sind deutlich. Seit drei Monaten brummen in den Kellerräumen des Klosters rund ein Dutzend Trocknungsgeräte. Hier sind noch verschiedene Räume feucht, insbesondere bei einigen verbliebenen Bollenstein-Mauern aus dem Jahr 1522 ist ungewiss, ob die Trocknung gelingt und welche Schäden zu erwarten sind. 1,68 Millionen Liter Wasser und Schlamm hatten Ende Juli in kurzer Zeit die rund 840 m2 Kellerräume gefüllt. Das Wasser stieg bis auf Höhe der Küche und in den Abwaschraum die als einzige Räume im Erdgeschoss 20 bis 30 Zentimeter unter Wasser standen.

 

 

Wieder kochen…

Frau Mutter Sr. Angelika Scheiber freut sich trotzdem sehr über die Fortschritte. „Nach acht Wochen konnten wir wieder kochen und im Abwaschraum arbeiten“, sagt sie. Ein neuer Boden ist in der Küche verlegt. Die Möbel wurden nicht weggeworfen, sondern getrocknet und renoviert. Unterdessen haben die Kapuzinerinnen eine neue Waschmaschine angeschafft und provisorisch in Betrieb genommen.

 

…und waschen

Im Keller sind die Wasser- und Elektro-Installationen für die Wäscherei vorbereitet, Platten und Malerarbeiten ausgeführt. Bald werden neue Türen und Fenster montiert. Die Waschmaschine wird künftig wieder im Keller laufen, der angrenzende Trocknungsraum ist fertig geplättelt und gestrichen. Die Heizungsanlage ersetzt werden worden. Rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit stehen nur noch letzte Feineinstellungen aus. In der letzten Oktoberwoche wird der Vorratsraum im Keller gestrichen. Der Entscheid über die Sanierung der weiteren Kellerräume wird zu einem späteren Zeitpunkt gefällt. Vorerst dauert die Bautrocknung noch viele Wochen.

 

Garten instand gestellt

Teils verwüstet war die Aussenanlage des Klosters mit Wiesen, Garten und einem grossem Weiher. Ein Rundgang zeigt Erfreuliches: Der Weiher ist nicht mehr trüb, entgegen der Befürchtungen hat sich seine Biologie gut erholt. Statt Schlammpisten sind wieder Kieswege zu erkennen und die Gartenbeete sind gepflegt. Im angrenzenden Schulhaus, das im Besitz der Gemeinschaft ist und an die Schulgemeinde Altstätten vermietet wird, sind die Schäden innen und aussen zu einem grossen Teil behoben worden.

 

Kostenfolge noch unklar

Ob die Versicherungen alle Kosten übernehmen ist immer noch nicht abschliessend geklärt, da noch einige Arbeiten ausstehen. Aber Frau Mutter Sr. Angelika  Scheiber ist guten Mutes. Das Kloster hat Spenden erhalten, unter anderem von anderen Klöstern. Eigenleistungen und die Hilfe von Freiwilligen bei den Aufräum- und Reinigungsarbeiten bedeuten eine zusätzliche finanzielle Entlastung. Auch allen Freiwilligen oder den Zivilschützern, die in den ersten Wochen viel gearbeitet haben, danken die Schwestern von Maria Hilf ganz herzlich. (Sabine Rüthemann)

 
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