Bodensee-Kirchentag

06.05.2014

Von der Vielfalt beeindruckt

16. Internationaler ökumenischer Bodensee-Kirchentag in St.Gallen

Unter dem Motto „Mehr sehen – Meer sehen“ wagten am Wochenende über 3000 Besucherinnen und Besucher des Bodensee-Kirchentags von St.Gallen aus einen Blick über das „Schwäbische Meer“ und erlebten Kirche in all ihren Facetten.

Früher trennte die Klostermauer den St.Galler Dom von der reformierten Stadtkirche St.Laurenzen, zwischen den beiden Konfessionen lagen Welten. Heute ist die Mauer längst Vergangenheit und man pflegt ein gutnachbarschaftliches Mit- und Nebeneinander. In dieser Symbolik standen der Anfangs- und der Schlusspunkt des 16. Internationalen Ökumenischen Bodensee-Kirchentages. So sprachen am Freitagabend zur Eröffnung Bischof Markus und Pfarrer Martin Schmidt, Präsident der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, im Dom über die Herausforderungen der Ökumene. Am Sonntagnachmittag übergab Jens Mayer, St.Galler Geschäftsführer, in St.Laurenzen den symbolischen Staffelstab, eine Rolle mit allen Plakaten der letzten Kirchentage, an Holger Müller, Geschäftsführer des nächsten Bodensee-Kirchentages: „Ade St.Gallen 2014, willkommen Konstanz 2016“.

Feiern, diskutieren, musizieren

In den rund 44 Stunden dazwischen konnten die St.Gallerinnen und St.Galler zusammen mit den zahlreich angereisten Gästen aus dem Bodenseeraum Kirche in all ihren Facetten erleben – reformiert, katholisch, orthodox, methodistisch, freikirchlich oder interreligiös – für Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Familien, – diskutierend, informierend, musizierend oder feiernd. 170 verschiedene Veranstaltungen fanden unter dem Kirchentags-Motto „Mehr sehen, Meer sehen“ in Kirchen, Schulräumen, Sälen, in Gassen der Innenstadt sowie auf dem Gallusplatz und der Klosterwiese statt. Und die Besucherinnen und Besucher machten reichlich davon Gebrauch.

So übte etwa Mario Schwarz im Musiksaal des Katholischen Konfessionsteils mit 120 Sängerinnen und Sängern aus verschiedenen Chören die Missa brevis in B von Mozart ein und führte sie gleich im Sonntagsgottesdienst in der Kathedrale auf. „Zugangsbeschränkungen zum Mitsingen gibt es keine“, lacht Schwarz, „höchstens die Zahl der Stühle wird knapp“. Es habe Mitwirkende aus allen Regionen rund um den Bodensee dabei, freut er sich.

Während der Chor probte, traten in der St.Laurenzenkirche 14 Ensembles und Formationen auf: Kirchenlieder zum Mitsingen, vom Jazz-Trio bis «Gradhäbe: Chlausezäuerli und Unser Vater», von Andrew Bond bis Gospel Celebration. Dabei standen die Kirchentüren stets offen, und jeder konnte nach Belieben kommen oder gehen. Etwa zur Diskussion mit Ella de Groot, der „Pfarrerin, die nicht an Gott glaubt“. Ihre Ausführungen riefen so viele Fragen auf, dass eine Zuhörerin meinte: „Jetzt haben wir bis am Abend zu tun“. Ganz so lange dauerte es dann doch nicht. So blieb Zeit für einen Bummel über den Klosterplatz, vorbei an Kletterpark und „Gumpikirche“, vorbei an zahlreichen Ständen mit Informationen von kirchlichen Organisationen, Gruppen und Hilfswerken, vorbei am Jakobsbrunnen, wo Thomas Wallimann, Sozialethiker und Theologe, gerade mit dem Publikum darüber diskutierte, wie politisch Kirche sein dürfe. Und schliesslich vorbei an einem Mann aus dem süddeutschen Raum, der es sich in Gestalt Mose zur Aufgabe gemacht hat, das Volk auf den rechten Weg zu bringen.

Mehr als 3000 Besucherinnen und Besucher

Während des Kirchentages schafften dies auch die Wegweiser und das Programmheft. Entsprechend froh ist Jens Mayer, Geschäftsführer des Kirchentages, dass „alles so gut geklappt hat“ – vom Wetter bis zur Logistik. „Wir rechneten mit 3000 Besucherinnen und Besucher“. Er glaube aber, dass noch ein paar mehr gekommen seien. Viele Gottesdienste, Veranstaltungen und Konzerte waren sehr gut besucht. „Bei Ulrich Tilgner, Korrespondent des Schweizer Fernsehens, mussten wir den Saal bei etwa 400 Besucherinnen und Besuchern schliessen.“ Doch besonders habe er sich gefreut, wenn sich Besucherinnen und Besuchern darüber beeindruckt zeigten, wie vielfältig Kirche heute sein könne – ganz nach dem Motto „mehr sehen“.                                        kid/Ack;ka

 

 

Erstmals dabei

Sie sind zum ersten Mal an einem Bodensee-Kirchentag dabei: die Familien Hasenbrink und Christ aus der Lutherkirche Gottmadingen bei Singen, nah an der Schweizer Grenze bei Schaffhausen. Sie seien erst kürzlich ins evangelische Pfarramt eingezogen, sagt das Pfarrehepaar Hasenbrink. Da hätten sie vom Kirchentag hier in St.Gallen erfahren und in der Gemeinde gleich Werbung dafür gemacht. Nun ist die Familie da, mit der 7-jährigen Tochter und dem 11-jährigen Sohn; gemeinsam mit der Familie Christ und ihrem 11-jährigen Pflegesohn. Eigentlich war die Absicht, sagt Pfarrerin Stefanie Hasenbrink, mit einer grösseren Gruppe anzureisen. „Auf Anhieb hat es nicht ganz geklappt  – aber immerhin: Der Posaunenchor der Gemeinde ist auch mitgekommen nach St. Gallen.“ Und wer weiss, übernächstes Jahr in Konstanz?

 

hier gehts zur offiziellen Website vom Bodensee-Kirchentag:
http://www.bodensee-kirchentag.ch/

 
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