Kanonikus gewählt

Reto Oberholzer, neuer Ruralkanoniker
Reto Oberholzer, neuer Ruralkanoniker
18.03.2014

HERISAU. Mit Reto Oberholzer (1956), Dekan Dekanat Appenzell, Pfarrer in den Pfarreien Urnäsch und Herisau-Waldstatt-Schwellbrunn und Pfarrer a.I. der Seelsorgeeinheit Gäbris wird erstmals ein Priester, der aktuell in der „Apostolischen Administratur beider Appenzell“ tätig ist, als Ruralkanoniker ins 13-köpfige Domkapitel des Bistums St. Gallen gewählt.

Das Domkapitel des Bistums St. Gallen besteht aus fünf residierenden Domherren (Kanonikern), die als Berater und Mitarbeiter des Bischofs am Bischöflichen Ordinariat oder in der Stadt St. Gallen tätig sind, und acht nichtresidierenden Domherren, die als Pfarrer auf dem Land wirken – den Ruralkanonikern. Domdekan Guido Scherrer, Regens, Mitglied der Bistumsleitung, steht dem Domkapitel vor. Die bekannteste, aber nicht einzige Aufgabe des Domkapitels, ist jeweils die Wahl des neuen Bischofs. Der Vorgang zur Wahl eines neuen Bischofs im Bistum St. Gallen ist weltweit einzigartig. Nach der Errichtungsbulle des Bistums St. Gallen liegt das Recht zur Bischofswahl beim Domkapitel.

Seit 1866

Das Bistum St. Gallen wurde 1847 gegründet, seit 1866 gehören die beiden Appenzell als „Apostolische Administratur“ zum Bistum St. Gallen, das heisst, der Bischof von St. Gallen ist Administrator im Auftrag des Papstes. Später kam das Dekanat Appenzell zu den bestehenden sieben Dekanaten des Bistums St. Gallen.

Inkardinierte Priester wählbar

Priester, die im Bistum St. Gallen inkardiniert sind, können ins Domkapitel gewählt werden. Mit Generalvikar Josef Rosenast ist übrigens auch ein gebürtiger Innerrhoder aus Appenzell im Domkapitel vertreten, er arbeitet jedoch in St. Gallen. Erstmals hat nun mit Reto Oberholzer ein in Ausserrhoden wirkender Priester einen Sitz im Domkapitel. Nach dem Rücktritt von Alfons Sonderegger (St. Gallen) und mit dem Wechsel von Josef Wirth (St. Gallen) vom Rural- zum Residentialkanoniker ist der Sitz eines Ruralkanonikus frei geworden. Bischof Markus Büchel hat eine Fünferliste erstellt. Diese wurde vom Administrationsrat geprüft und das Domkapitel hat am 13. März Reto Oberholzer gewählt.

Vom Banker zum Priester

Reto Oberholzer stammt aus St. Gallen und ist im Bistum St. Gallen inkardiniert. Er war ursprünglich Bankangestellter, bevor er sich zum Studium der Theologie in Einsiedeln und München entschloss. Am 24. April 1988 feierte Reto Oberholzer Priesterweihe und Primiz in seiner Heimatpfarrei St. Otmar-St. Gallen. Seine priesterlichen Dienste führten ihn als Kaplan und Pfarradministrator nach Bütschwil, er war Pfarrer In Jona, Dekan des Dekanates Uznach, Pfarrer in Lenggenwil/Niederhelfenschwil und seit 2011 ist Reto Oberholzer in den verschiedenen Ausserrhoder Pfarreien tätig. Im Mai 2012 erfolgte die Wahl zum Dekan des Dekanats Appenzell. Reto Oberholzer ist bekannt für seine volksnahe Verkündigung, gepflegte Gottesdienste und als guter Zuhörer. Vom reich befrachteten Arbeitsalltag abschalten kann er gut auf Spaziergängen mit seinem Hund, beim Lesen, beim Wandern oder Skifahren.

Die Einsetzung von Reto Oberholzer ins Domkapitel des Bistums St. Gallen wird am 24. Mai, 17.30 Uhr, in der Kathedrale St. Gallen gefeiert. Alle sind herzlich zu diesem Festgottesdienst eingeladen. (sar./Inf.)

 
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