Kein Auslaufmodell

21.02.2014

Rund 70 Pfarreirats-Mitglieder tagten in Sargans

SARGANS. Wie verändert sich die Rolle der Pfarreiräte in den Seelsorgeeinheiten mit mehreren Pfarreien? Wie verteilen sich die Aufgaben von hauptamtlich und freiwillig  Tätigen in den nächsten 20 Jahren? Das Pastoralamt des Bistums lud zu einer Tagung ein um über diese Optionen für die Zukunft zu diskutieren.

In seiner Einleitung machte Franz Kreissl, Pastoralamtsleiter, deutlich: Pfarreiräte als Beratungs- und Mitarbeitsgremien der Seelsorgenden sind kein Auslaufmodell, sondern tragende Säulen der Kirche. Aber ihre Aufgaben werden sich in den kommenden Jahrzehnten verändern, hin zu mehr Verantwortung und vermehrter Mitsprache in der Struktur von Seelsorgeeinheiten.

Nähe zu den Menschen

Bis in zwei Jahren ist das gesamte Bistum in 33 Seelsorgeeinheiten, bestehend aus jeweils mehreren Pfarreien, organisiert. Die Zahl der Priesterberufungen wie der Theologiestudierenden ist stark rückläufig. Es wird nicht mehr in jeder Pfarrei hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger geben können. „Christsein bedingt Nähe, diese Nähe zu den Menschen in den Pfarreien wird durch Haupt- und Ehrenamtliche weiter gewährleistet sein“, sagte Franz Kreissl. Die hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger werden die Förderung, Begleitung und Beratung von Getauften vor Ort und in der ganzen Seelsorgeeinheit  als wesentliche Aufgabe im Pflichtenheft haben.  

Chancen und Herausforderungen

Dies ist in kurzen Worten das Szenario, von dem das für die Seelsorgekonzepte im Bistum zuständige Pastoralamt für die kommenden Jahrzehnte ausgeht. Die Teilnehmenden diskutierten mit Franz Kreissl und den Mitarbeitenden im Pastoralamt Damian Kaeser und Hildegard Aepli über Chancen und Herausforderungen diese Option sowie die Einbettung der Pfarreiräte und engagierten Getauften in der Struktur Seelsorgeeinheit. Heute schon organisieren die Pfarreiräte in einigen Seelsorgeeinheiten regelmässigen Austausch im Pastoralrat mit Mitgliedern aus allen Pfarreien. Eine vermehrte Ressortbildung (Jugend- oder Seniorenarbeit, Erwachsenenbildung oder Liturgie beispielsweise) kann auch Ressorträte zur Folge haben. Auf jeden Fall bleiben die Pfarreiräte, so betonte Franz Kreissl, „wichtige Partner der Hauptamtlichen aus der Basis“.

In den Diskussionen wurde von Seiten der Pfarreiräte her deutlich, dass mehr operative Verantwortung der Pfarreiräte und aller Getauften vor Ort möglich sein wird, die Rollenveränderung aber für Hauptamtliche und Freiwillige eine Herausforderung ist. Grundsätzlich signalisierten die Anwesenden ihre Bereitschaft, veränderte Aufgaben in einer sich verändernden Kirche als Option zu sehen und anzugehen. (inf./Sabine Rüthemann)

 
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