50 Jahre Diözesane Kirchenmusikschule St. Gallen (DKMS)

09.06.2005

Am Samstag, 18. Juni feiert die diözesane Kirchenmusikschule in der Kathedrale mit Gottesdienst (17.30 Uhr), Konzert (19.15 Uhr) und einem anschliessenden Festakt im Dekanatsflügel ihr 50-jähriges Bestehen. An verschiedenen Orten finde das ganze Jahr über Aktivitäten zum Jubiläum statt.

Festgottesdienst

Im Festgottesdienst um 17.30 Uhr in der Kathedrale singt der Domchor die „Messe der Hohen Liebe“ für Gemeinde, Chor, Bläserquartett, Pauken und Orgel von Paul Huber. Dem Werk liegen Gedichte von Silja Walter zugrunde, in welchen sie die Gedanken und farbigen Bilder des alttestamentlichen Hohenliedes nachzeichnet. Kernstück ist das Sanctus, in welchem der Jubel des Hohenliedes in Form einer weiträumig angelegten Chorcoda zum Heiliglied der Gemeinde durchbricht. Paul Huber hat die Texte in Umsetzung der Richtlinien des II. Vatikanums in Dialogformen zwischen Chor und Gemeinde gesetzt und damit eine der bis heute gültigsten Gottesdienstmusiken geschaffen.

Jubiläumskonzert

Im Rahmen der St.Galler Domorgelkonzerte gestaltet ein Projektchor aus GesangsschülerInnen der DKMS zusammen mit dem Collegium Vocale der Kathedrale ein anspruchsvolles Chor- und Orgelkonzert. Im Zentrum steht der Hymnus „Laudes Organi“ des ungarischen Komponisten Zoltàn Kodàly (1882 – 1967). Das Werk basiert auf einem gregorianischen Choral aus dem Kloster Engelberg, welcher einen einzigen Lobgesang auf die Königin der Instrumente und ihre Funktion zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Gläubigen darstellt. Ergänzt wird das Programm durch fünf Responsorien und die Orgelfantasie „Halleluja! Gott zu loben, bleibet meine Seelenfreud“ von Max Reger (1873 – 1916) und zwei Motetten für Chor und Orgel des jungen ungarischen Komponisten Zsolt Gàrdonyi (* 1946), welche auf brillante Art jazzige Elemente mit traditionellem Kirchenliedgut verbindet. Die Leitung liegt in den Händen von Domkapellmeister und Schulleiter Hans Eberhard. An der Orgel spielt Domorganist Willibald Guggenmos.Anschliessend Festakt im Dekanatsflügel mit Imbiss und musikalischer Umrahmung.

Zur diözesanen Kirchenmusikschule

Welche Funktion erfüllt die Musik im Gottesdienst, die sie unverzichtbar macht? Gesang als gemeinsame Aktivität einer feiernden Gemeinde verbindet. Gottesdienstliches Singen schafft bei entsprechend fantasievoller Gestaltung Dialoge zwischen den Feiernden und ist gemeinsames Sprachrohr im Dialog mit Gott. Durch Musik lässt sich ausdrücken, was mit Worten nicht zu sagen ist. Sie schafft damit oft eine emotionale Beheimatung, welche durch nichts zu ersetzen ist. Die Bedeutung der Kinder- und Jugendsingarbeit wird in diesem Zusammenhang in unseren Breitengraden noch viel zu wenig erkannt. Es gilt, den Stellenwert der Kirchenmusik, und damit verbunden auch den Stellenwert der Liturgie als ganzes zu erkennen. Aus dieser Überzeugung heraus versteht die Diözesane Kirchenmusikschule zusammen mit den Kirchenmusik-verbänden ihren Auftrag, als Bistumsarbeitsstelle um Qualität und Umfeld der Musica Sacra zu fördern.

50 jähriges Jubiläum

Am 18. Juni 1955 traf sich der auf Anregung des Diözesanen Cäcilienverbandes neu gegründete Studienchor unter der Leitung des damaligen Domkapellmeisters Johannes Fuchs im Musiksaal zur ersten Probe. Eingeladen waren Chorleiterinnen und Chorleiter aus dem ganzen Bistum, welche sich auf diesem Weg weiterbilden wollten. Unter hochkompetenter Leitung konnte so Grundwissen in Stimmbildung, Probenmethodik und – Didaktik und Literaturkunde erlangt werden. Das Angebot an den Probesamstagen wurde allmählich durch Theorieunterricht und Gregorianischem Choral erweitert. Mit der Zeit kam Einzelunterricht in Orgel und Gesang dazu, der durch ein Netz von Lehrkräften im ganzen Bistumsgebiet angeboten wurde. Der Katholische Konfessionsteil subventionierte das Anliegen seit den Anfängen und installierte schließlich Anfang der Sechzigerjahre die Diözesane Kirchenmusikschule als Bistumsarbeitsstelle mit dem Auftrag, die Kirchenmusik im Bistum zu fördern.

In dem Festtag feiert die DKMS am 18. Juni das Jubiläum und gestaltet das ganze Jahr mit weiteren musikalischen Aktivitäten, unter anderem dem Singlager für Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Bistum vom 17. bis 21. Oktober im Wildhauser "Bodenweidli oder der Singsamstag vom 5. November für Kirchenchöre des Bistums. Eine Festschrift wird erscheinen sowie eine Notenpublikation mit Werken von St. Galler Komponisten.

Heutiges Unterrichtsangebot

Die DKMS beschäftigt zurzeit 14 Lehrkräfte, welche im ganzen Bistumsgebiet Orgel und Gesangsunterricht anbieten. Rund 15 Organisten und 90 Gesangsschülerinnen und -schüler vertiefen im laufenden Schuljahr ihre Kenntnisse. In Form von Coaching und Supervision nehmen sechs Chorleiter die Möglichkeit wahr, für ihre tägliche Arbeit Tips zu Literaturauswahl, Programmgestaltung, Probenmethodik, Dirigiertechnik und Werkinterpretation zu erhalten.

Berufsbegleitende Ausbildungslehrgänge

In Zusammenarbeit mit der Musikakademie und der Evangelischen Kirchenmusikschule St. Gallen bietet die DKMS zweijährige Ausbildungslehrgänge an. Dieses Grundstudium bietet ein breites Fächerspektrum von Musiktheorie über Orgel-, Gesangs- und Dirigierunterricht bis hin zu Liturgik und Gottesdienstgestaltung. Einem grossen Bedürfnis entsprechend wird ab Herbst 05 neu das Schwerpunktfach Populäre Kirchenmusik eingeführt.

Weiterbildungskurse

In einfachen oder mehrteiligen Tages- und Abendkursen haben praktizierende Kirchenmusiker die Möglichkeit, ihr Grundwissen zu vertiefen oder auszubauen. Die Angebote für Organisten, Chorleiter, Kantoren und Chorsänger werden oft in Zusammenarbeit mit den regionalen Kirchenmusikverbänden dezentral durchgeführt. Seit 1999 führt die DKMS zusammen mit dem Diözesanen Cäcilienverband alle zwei Jahre eine Kirchenmusikwoche durch. Sie wird in Koordination mit Solothurn und Einsiedeln als eine der drei Schweizerischen Kirchenmusikwochen angeboten. Neben dem Gesamtchor können Ateliers in Orgel, Chorleitung, Kantorendienst, Gregorianischem Choral und Stimmbildung besucht werden. Die 4. St. Galler Kirchenmusikwoche im Herbst 05 steht unter dem Motto „Cross over – Grenzen überschreiten“ und bringt als Schwergewicht die Begegnung mit experimentelleren musikalischen Formen und Musik aus anderen Kulturräumen.

Projekt Kinder- und Jugendchorarbeit

Die Zukunft einer qualitativ hochstehenden und lebendigen Kirchenmusik kann nur gesichert werden, wenn wir uns intensiv um die Heranführung von Kindern und Jugendlichen an diese anspruchsvolle Aufgabe kümmern. Dies wird künftig ein Schwerpunkt in der Arbeit der DKMS sein. Zurzeit läuft die Ausschreibung für eine spezialisierte Lehrkraft für Kinder- und Jugendstimmbildung, welche längerfristig ein fundiertes und systematisches Singschulangebot aufbauen soll.

Trägerschaft und Subventionierung

Sowohl die kirchenmusikalischen Lehrgänge als auch die Allgemeine Abteilung der DKMS werden vom Katholischen Konfessionsteil finanziert. Die Aufsichtskommission unter dem Präsidium von Administrationsrätin Margrit Stadler begleitet die Arbeit der DKMS mit besonderer Weitsicht. Als ausserordentliche Förderungsmassnahme subventioniert die Administration den Unterricht für Personen aus dem Bistum, welche eine regelmäßige kirchenmusikalische Tätigkeit nachweisen können.

www.kirchenmusik-sg.ch
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