Unterzeichnung der Charta Oecumenica

23.01.2005

Am Sonntag der Gebetswoche für die Einheit der Christen, 23. Januar 2005, haben die Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen AGCK die Charta Oecumenica unterzeichnet. Sie setzten damit keinen Schlusspunkt unter einen Text, sondern einen Doppelpunkt auf dem ökumenischen Weg.

Der festliche Gottesdienst in der Collégiale von St-Ursanne vereinigte rund 400 Menschen von St-Ursanne, aber auch Verantwortliche aus den Mitgliedskirchen der AGCK-CH und den umliegenden Pfarreien und Gemeinden. Mit dem Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen, Keith Clements, und dem Präsidenten des Rates der europäischen Bischofskonferenzen, Mgr Grab waren auch die beiden Organisationen vertreten, die die Charta ursprünglich ausgearbeitet haben.

Mgr Amédée Grab, Präsident der Bischofskonferenz, hob in seiner Predigt hervor: „Wir unterzeichnen die Charta, um vorwärtszugehen: im Leben jeder Kirche, in der gemeinsamen Verantwortung, in der Treue zu Jesus Christus, der uns alle regiert, durch die Kraft seiner Liebe.“

Und Pfarrer Thomas Wipf, Ratspräsident des evangelischen Kirchenbundes drückte aus, was die AGCK bewog, die Charta zu unterzeichnen: „Durch die heutige Unterzeichnung machen die Kirchen den Menschen Mut, gemeinsam und respektvoll Wege des ökumenischen Zeugnisses zu gehen. Die Arbeitsgemeinschaft empfiehlt ihren Mitgliedern auf kantonaler und lokaler Ebene, die Charta zu studieren und umzusetzen.“

So bedeutet die Unterzeichnung der Charta Oecumenica keinen Schlusspunkt unter einen Konsultationsprozess sondern einen Doppelpunkt auf dem ökumenischen Weg. Um die Umsetzung auf kantonaler und lokaler Ebene anzuregen, sammelt die AGCK in den kommenden Monaten Beispiele aus Gemeinden und Pfarreien, in denen Projekte realisiert wurden, die die Charta konkret werden lassen. Denn „Ermutigen“ und „Umsetzen“ muss im praktischen Alltag der Gemeinden passieren. Gute Beispiele helfen, Ideen zu entwickeln.

Bischof Fritz-René Müller, Präsident der AGCK: „Ich freue mich, von Initiativen und Projekte zu hören, in denen die eine oder andere Verpflichtung der Charta gelebt wird. Denn Christsein bedeutet doch, dass etwas lebt, dass Menschen sich begegnen und gemeinsam Schritte wagen.“

Zur Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz:

Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz wurde 1971 gegründet. „Sie will die in Jesus Christus begründete und bestehende Einheit der Kirchen bezeugen, ihrer Erfüllung dienen und die Zusammenarbeit der Christen fördern.“ (Statuten Absatz 1)

Es gehören ihr heute zehn Kirchen an:

  • Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund,
  • Römisch-katholische Kirche in der Schweiz,
  • Christkatholische Kirche der Schweiz,
  • Evangelisch-methodistische Kirche in der Schweiz,
  • Bund Schweizer Baptisten
  • Heilsarmee in der Schweiz,
  • Bund Evangelisch-lutherischer Kirchen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein,
  • Orthodoxe Diözese der Schweiz des ökumenischen Patriarchates von Konstantinopel,
  • Vertretung Serbischer Orthodoxer Kirchgemeinden in der Schweiz
  • Anglikanische Kirche in der Schweiz.

Präsident: Bischof Fritz-René Müller, christkatholische Kirche der Schweiz. Vizepräsident: Pfarrer Ruedi Heinzer, reformierte Kirche Bern-Jura-Solothurn

Die Charta Oecumenica:

Ausgearbeitet von der Konferenz Europäischer Kirchen und vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen zeigt die Charta Oecumenica in zwölf Empfehlungen, was Kirchen in Europa gemeinsam haben. Christinnen und Christen leben und handeln mit einer gemeinsamen Hoffnung. Die Kirchen verpflichten sich zu einem Wechsel der Perspektive: Auf der Grundlage der Charta sollen die Kirchen nicht mehr begründen, warum sie etwas gemeinsam tun, sondern erklären, warum sie im Alleingang handeln.

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