Pforte bleibt offen

Bischof Markus eröffnet die Pforte der Barmherzigkeit.
Bischof Markus eröffnet die Pforte der Barmherzigkeit.
11.11.2016

Die Pforte bleibt offen

Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit wird  Mittwoch, 16. November, 18.15 in der Kathedrale St. Gallen feierlich abgeschlossen. Der Gottesdienst mit Bischof Markus Büchel beginnt um 18.15 Uhr. Das dreiminütige, ausserordentliche Läuten der Herz-Jesu Glocke wird das Jahr der Barmherzigkeit ausklingen lassen. Alle sind herzlich zum Mitfeiern eingeladen.

St. GALLEN. Erstmalig in der Geschichte der Heiligen Jahre wünschte Papst Franziskus, dass auch in jedem Bistum eine Heilige Pforte eröffnet werde. Das Oberhaupt der katholischen Kirche begann das ausserordentliche Jubeljahr der Barmherzigkeit am 8. Dezember 2015. Offiziell beendet wird das Heilige Jahr am 20. November 2016 mit dem Christkönigsfest.

Barmherzigkeit im Zentrum des Pontifikates

Die erste feierliche Handlung bestand aus der Öffnung der Heiligen Pforte in Sankt Peter, die ausserhalb der Heiligen Jahre, die in der Regel alle 25 Jahre ausgerufen werden, zugemauert ist. 1470 wurde dieser Rhythmus von Papst Paul II. festgelegt um jeder Generation die Möglichkeit zu geben, ein solches Jahr miterleben zu dürfen.  Der Sinn der heiligen Jahre besteht gemäss Vatikan in einer Einladung, die Beziehung mit Gott und den Mitmenschen zu erneuern. Für den Papst steht die Barmherzigkeit im Zentrum seines Pontifikates. "Der lateinische Begriff dafür - "Misericordia" -  bedeutet ein Herz für diejenigen zu haben, die in der Misere, im Elend leben", erklärt Philipp Hautle aus Rebstein, Pastoralassistent im Ruhestand und Beauftragter der Heiligen Pforte der St. Galler Kathedrale. Barmherzigkeit ist das Motto des hinter der Pforte beginnenden Besinnungsweges.

Höhepunkte im Heiligen Jahr

Der Weg durch den Kreuzgang war zum Thema Barmherzigkeit gestaltet – misericordia – ein Herz für die Schwachen. "Bei den vielen Begegnungen an der Pforte der Barmherzigkeit in St. Gallen beeindruckt mich, mit welchem Ernst und mit welcher Ernsthaftigkeit die Inhalte des Besinnungsweges aufgenommen werden", sagt Philipp Hautle. Schulklassen haben sie zum Thema "Der barmherzige Samariter – heute" gestaltet. Am eindrücklichsten war für Philipp Hautle die Begegnung mit Bischof Georges Abou Khazen von Aleppo. Er war im September zu Gast in St.Gallen und erzählte, dass die meisten Christen aus der zerbombten Stadt geflohen sind. "Für die wenigen, die noch geblieben sind, bleibe auch ich in Aleppo", betonte Bischof Georges. Zweifelsohne war für die katholische Kirche die Heiligsprechung der Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa von Kalkutta ein Höhepunkt im Heiligen Jahr.

Werke der Barmherzigkeit

Im Christentum unterscheidet man verschiedene Werke der Barmherzigkeit, die von Handlungen der Nächstenliebe zeugen. Die so genannten sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit – z.B. „die Hungernden speisen“ oder „die Gefangenen besuchen“ – gehen zurück auf ein Wort aus dem Matthäus-Evangelium (Mt 25). In der Tradition der Kirche kamen später sieben geistliche Werke dazu – wie „die Lästigen ertragen“ oder „die Trauernden trösten“. Alles Beispiele dafür, wie Christen auf die Nöte der Mitmenschen reagieren sollen.

Feierlicher Abschluss

Bischof Markus Büchel wird am Abschlussgottesdienst zum Läuten der Herz-Jesu-Glocke die Frage stellen, was bei den Menschen vom Jahr der Barmherzigkeit nachklingt. Auf das Zeichen, die Heilige Pforte zu schliessen, wird in St.Gallen bewusst verzichtet. „Wir machen so deutlich: Mit der Barmherzigkeit sollen wir nicht abschliessen, sondern sie soll weiter wirken“, sagt Philipp Hautle.

(Bistum St.Gallen/ Daniela Huber-Mühleis)

Link: Misericordia

 
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