25. Diözesanforum

25. Diözesanforum
Spiegel passend zum Thema begleiteten durch das Diözesanforum kirchliche Jugendarbeit.
07.04.2016

25. Diözesanforum kirchliche Jugendarbeit: „Sehen und gesehen werden“

25 Jahre diözesane Fachstelle Jugendarbeit DAJU, 25. Diözesanforum - am Doppeljubiläum wurde der Bruch zwischen Kindheit und Jugend durch einen grundlegenden Perspektivenwechsel thematisiert. Während ein Kind von sich aus auf die Welt schaut und ständig neue Erfahrungen in sein Weltbild integriert, schauen Jugendliche vor allem darauf, wie sie selbst von anderen wahrgenommen werden.

Prof. Dr. Georg Langenhorst, Universität Augsburg, Religionspädagoge, führte aus eigener Familienerfahrung in das Thema ein. Bei einem Gottesdienstbesuch wünschte sein elfjähriger Sohn vorne in den Bänken zu sitzen, während die Tochter im Teenageralter „nicht auch noch gesehen werden wollte in der Kirche“. „Wie sieht die Welt mich?“, diese Frage bedrängt Jugendliche plötzlich oder in einer längeren Übergangszeit. „Eine anstrengende Phase, Prioritäten verschieben sich, die Erwachsenen sind als Bezugsgruppen nicht mehr an erster Stelle“, erläuterte der Referent. Wichtig werden Peergroups, so bezeichnet man in der Entwicklungspsychologie prägende und das Verhalten beeinflussende und auch steuernde, Bezugsgruppen von Jugendlichen. „Ein Glück, wenn die Peergroup beispielsweise aus einer Jugendorganisation kommt. Pech, wenn in der Clique Schlägereien zum gelebten Alltag gehören“, ergänzte der Referent.

Kirchliche Peergroups vorhanden? 

In der Jugendarbeit ist eine zentrale Frage, ob es im kirchlichen Kontext Peergroups gibt oder nicht. „Auch Ihr seid Orientierungsfiguren, auch wenn das manchmal gar nicht so deutlich wird“, wandte sich Prof. Dr. Langenhorst an die Jugendarbeiter(innen) im Saal. Er betonte, dass fehlende Peergroups im kirchlichen Kontext sehr schwierig wieder aufzubauen seien und forderte auf, alles zu tun dass sie erhalten bleiben. Aus religionspädagogischer Sicht gibt es einen weiteren Bruch im Leben der Jugendlichen. Kinder bauen ihr Weltbild mit Geschichten auf, auch mit biblischen Geschichten. Sie orientieren sich an bildlicher Symbolik, beispielsweise am berühmten Symbol der Trinität, dem Dreieck mit dem Auge Gottes im Zentrum. „Gott sieht mich“. „Einer der schönsten Sätze überhaupt“, sagte der Dozent. Früher seien Menschen aber oft „mit Gott vergiftet“ worden, dann, wenn das Bild als Drohfinger missbraucht worden sei. Heute ist dieses Gottesbild kaum mehr vorherrschend. Prof. Langenhorst sprach auch von einem anderen religiösen Krankheitsbild unserer Zeit, dem „Gottes-Entzug“. Er forderte die Jugendarbeitenden auf einerseits die eigene Spiritualität zu pflegen und andererseits die Jugendlichen neu an die Symbolsprache der Religion heranzuführen. Eine Herausforderung, der Graben vom Jugend- zum Erwachsenenglauben ist tief. Während Kinder die Schöpfungsgeschichte wie andere Geschichten hören und annehnmen, fällt es Jugendlichen schwer die Symbolik zu verstehen. „Und dann stimmt nicht mehr was ich als Kind gelernt habe, also stimmt gar nichts mehr was von Kirche kommt“, veranschaulichte der Referent.

 

In Gottesbeziehung helfen

In Gruppen wurde nach dem Referat, das noch viele weitere Aspekte kurzweilig und informativ zugleich aufzeigte, über das Gehörte diskutiert. Die Teilnehmenden einer Podiumsdiskussion aus verschiedenen Sparten der kirchlichen Jugendarbeit nahmen offene Fragen auf. Zwei Aussagen sollen hier besonders erwähnt werden: Erwachsene, die für etwas einstehen und auch etwas verlangen sind glaubwürdige Gegenüber für die Jugendlichen. „Lieber Reibefläche als Wattebausch“, verwendete Prof. Langenhorst ein anschauliches Bild. Und: eine Gottesbeziehung brauchen wir Menschen nicht zu schaffen, sie ist immer schon da. Kirchliche Jugendarbeit soll helfen, dass sie lebensprägende Chance ist. Der Referent forderte alle auf sich zu fragen, ob diese Pflege der Gottesbeziehung in der kirchlichen Jugendarbeit tatsächlich Platz hat.

Zum Abschluss rückte das DAJU-Team noch einmal die Dekoration des diesjährigen Diözesanforums ins Zentrum: Die Fachstelle verschenkte als Jubiläumsgeschenk Spiegel mit aufgedruckten Promi-Aussagen zu Jugendarbeit an alle Pfarreien im Bistum.  (Sabine Rüthemann/BistumSG)

Bildergalerie: www.facebook.com/BistumSG

 
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