Ökumene heisst :“Im gleichen Haus leben“


Gemeinsames Beten in der Kathedrale: Dorothea Abegg, Pastoralassistentin der Babtistengemeinde, Ingrid Krucker, röm.-kath. Pfarreibeauftragte, Ljubomir Kotarcic, serbisch-orthodoxe Gemeinde, Bischof Markus Büchel und Pfarrer Martin Schmidt (evang.-ref. Kantonalkirche).
22.04.2012
Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen beteten am Sonntag miteinander. Mitglieder der christkatholischen, römisch-katholischen und evangelisch-reformierten Kirchen, Babtisten, Methodisten, Heilsarmee, Eglise francaise oder AG Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung – sie alle miteinander hatten den Gottesdienst vorbereitet. Das Resultat war ein berührender und freudiger Anlass der konfessionelle Unterschiede nicht verschwieg, aber vor allem die wichtigste Gemeinsamkeit aufzeigte: den Glauben an Jesus-Christus, über die Zeit getragen durch die Verkündigung des Evangeliums. Ein schöner Ausdruck dafür waren das von den rund 700 mitfeiernden Gläubigen gesprochene Apostolische Glaubensbekenntnis sowie das Vater Unser/Unser Vater.
 

Weitere Bilder

Unterschiedliche Traditionen

Ljubomiar Kotarcic sang, begleitet vom Domchor, eine wunderbare serbisch-orthodoxe Kyrielitanei. Pfarrer Martin Schmidt (evang.-ref. Kirche) sowie Daniel Konrad (christkatholischer Pfarrer) näherten sich in ihren Impulsen dem Leben des heiligen Gallus und seiner Ausstrahlung bis in die heutige Zeit. „Wir sind hängengeblieben wie Gallus, in der Verkündigung des einen Gottes, zusammengekommen aus unterschiedlichen Traditionen von Menschen, die uns den Glauben weitervermittelt haben“, sagte Martin Schmidt. Daniel Konrad sprach von einem Vorbild Gallus, der seine Wanderschaft im Tal der Steinach beendete, um sich auf einen inneren Weg zu Gott über die Seele zu machen. „In der römisch-katholischen Kirche wird viel über die Notwendigkeit einer Neuevangelisierung gesprochen“, sagte Bischof Markus Büchel. „Dabei geht oft vergessen, dass damit zuerst und fast ausschliesslich wir selber gemeint sind“.

Uraufführung

Im Gottesdienst sang die Gemeinde erstmals das neue „Vier-Heiligenlied“, dessen Text Josef Osterwalder verfasst hat, die Melodie ist von einem alten Osterlied von Carl Rütti übernommen. Es erinnert daran, dass die Heiligen von einst heutigen Menschen durchaus etwas zu sagen haben. So heisst es im Lied: „Auf tastende Wege von Gallus geladen, begleitet vom Heiligen zu mutigen Taten. Mit Dir, miteinander an Neues sich wagen, mit Liedern der Hoffnung von ihnen getragen.“ (inf./Sabine Rüthemann, Bilder: Regina Kühne)

www.ack-asg.ch

Wörtlich Bischof Markus Büchel

„Je reformbereiter wir werden, umso mehr lassen wir ab von Irrwegen, die rein menschlich und geschichtlich bestimmt sind – wir müssen also reformierter werden. Je direkter wir uns der Botschaft des Evangeliums stellen und aus ihr leben, umso authentischer und überzeugender sind wir – wir müssen also evangelischer werden. Je mehr uns bewusst ist, dass die Erlösung allen Menschen gilt und die Kirche die weltumspannende Gemeinschaft aller Getauften ist, umso glaubwürdiger und solidarischer setzen wir uns für alle Menschen ein – wir müssen also katholischer werden. Je mehr wir erfassen, dass die Tiefe der Wahrheit und des Geheimnisses Gottes nur durch Gottes Geist und Gnade erschlossen werden kann, umso rechtgläubiger werden wir – wir müssen also orthodoxer werden. Liegt in der Feier des Gallusjubiläums über alle Konfessionen und Kulturen hinweg nicht auch die Vision oder der Traum von einer reformiert – evangelisch – katholisch – orthodoxen Kirche?“. (inf.)
zurück

drucken
  • E-Mail
  • Sitemap
  • Facebook
  • Twitter
Bistum St.Gallen
Klosterhof 6b / Postfach 263
CH-9001 St.Gallen
Telefon +41 71 227 33 40
Kontakt >