Das Wappen

Bruno B. Heim: Wappen des Bischofs von St. Gallen lic. theol. Dr. iur. can. Jakob Andreas Ivo Fürer

[gekürzt und leicht überarbeitet]:

Nach seinem Wappen befragt, sandte Ivo Fürer erst nur ein kleines blaues Schildchen mit einem goldenen Löwen, der an einem geraden, goldenen Stiel eine rote Rose hält. Dieses ist in Paul Staerkles "Geschichte von Gossau" (Verlag Cavelti, Gossau 1961) auf Seite 379 abgebildet. Auf Seite 378 steht dazu: "gemaltes Wappen von P. Bonifaz Fürer +l663 STIA Bd. 195,5.760." Vom Stiftsarchivar Dr. Vogler erhielt ich dann eine Farbfotokopie des Wappens mit dem Text: P. Bonifacius (Jakob) Fürer Dablatensis, Professus a° 1628 8. September, primitias celebravit; 1636 2. Martij Dominica Laetare in S. Joann. Natus a° 1609 12 Octobr in pago Dablat parentibus Udalrico Fürer, Hofweibel et Barbara Teschler de Deschlihusen. P. Bonifacius war Typograph und auch als Lehrer tätig. 1637 und 38 war er Novizenmeister, wurde dann Subprior und versah auch das Amt des Cellerars (Kellermeister, Verwalter). Er starb im Juli 1663. Ein anderer Fürer in der Abtei St. Gallen war Br. Magnus (Johann) Fürer (Feurer) aus Tablatt (1702-1764). Tablat ist eine alte Bürgergemeinde, die von der Stadt St. Gallen eingemeindet wurde. Die Fürer von Gossau haben eine Stammtafel, die mit Anton Fürer (1690-1779), Kehlhofbauer Zahners-mühle-Niederglatt, beginnt, welcher 1726 in Gossau Anna Maria Wagner heiratete. Ältere Quellen fielen 1770 einem Brand zum Opfer. Die Fürer zählen zu den alteingesessenen Geschlechtern des Fürstenlandes (Paul Staerkle, "Geschichte von Gossau", p. 372). 1457 wird Caspar Fürer, Müller, als Ausburger von St. Gallen in Gossau erwähnt. Die Vorfahren des heutigen Gossauer Zweiges wohnten in der Gegend von Niederglatt, die bis Mitte des 17. Jahrhunderts zur Pfarrei Gossau gehörte. Matthäus Fürer und sein Sohn Jacob erhielten 1641 die Hälfte des Klosterhofes Eggetschwil. Das Wappen von P. Bonifazius Fürer zeigt, wie wir gesehen haben, den Löwen auf einem Dreiberg und hat als Helmzier einen goldenen Greif mit der Blume in den Krallen. Ausser dem für P. Boni-faz gemalten Wappen gibt es ein Siegel, welches das Löwenwappen auch mit dem Greif als Helmzier zeigt. Die Umschrift liest sich im Spiegelbild AN o IACOB DAVID FRANZ PURER IM GERICHTE TABLATVONABTPIUSIMIULI1654. Das mehrfach überlieferte Fürerwappen reizt zum Vergleich mit dem Wappen Fürrer MCMXLIV, Nr. 147, in Paul Boeschs "Heraldische Holzschnitte" (Zürcher AG, Zug 1974). Zum Unterschied hält im Schild statt des Löwen der Greif die Blume (Abb. 4). Über Wohnort und Herkunft dieser Fürrer gibt Boesch keine Auskunft. Paul Boesch schuf seine hervorragenden Holzschnitte nach Angaben der Auftraggeber. 


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